Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen Mainz

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Turgay Coşkun referierte am 26.11.2003 bei einer Veranstaltung der DFG-VK in Mainz ├╝ber Kriegsdienstverweigerung in der T├╝rkei. Quer TV hat einen Film dazu gemacht, dieser kann bestellt werden (siehe unter Material).

PRESSEMITTEILUNG vom 08.03.2004

Erfolg f├╝r die Solidarit├Ątsarbeit der DFG-VK:

T├╝rkisch-kurdischer Kriegsdienstverweigerer Turgay Coşkun erh├Ąlt Asyl!

Der t├╝rkisch-kurdische Kriegsdienstverweigerer Turgay Coşkun (26) ist jetzt vom Verwaltungsgericht Freiburg als Asylberechtigter anerkannt worden. Das Urteil ist seit dem 3. M├Ąrz rechtskr├Ąftig. "Ich bin sprachlos und ├╝berw├Ąltigt, dass ich jetzt in Deutschland bleiben kann. Dadurch bieten sich mir ganz neue Lebens- und Arbeitsperspektiven, nachdem ich ├╝ber ein Jahr in der Illegalit├Ąt gelebt habe", sagte Coşkun in einer ersten Stellungnahme erleichtert.

Das Gericht w├╝rdigte Coşkuns politisches Engagement f├╝r das Menschenrecht auf Gewissensfreiheit. Es ber├╝cksichtigte, dass "ihm aufgrund eines beachtlichen Nachfluchtatbestandes politische Verfolgung droht", so die Urteilsbegr├╝ndung. Unterst├╝tzt von der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) setzte sich Turgay Coşkun auf ├Âffentlichen Veranstaltungen in Ulm, Kirchheim/Teck, Freiburg, Mainz und Frankfurt f├╝r das Recht auf Kriegsdienstverweigerung in der T├╝rkei ein. Noch im November 2003 hatte er in einem pers├Ânlichen Schreiben an den t├╝rkischen Generalkonsul in Frankfurt seine Kriegsdienstverweigerung bekr├Ąftigt.

Turgay Coşkun, der es aus Gewissensgr├╝nden ablehnt, andere Menschen zu t├Âten, entschloss sich 2001 zur Flucht nach Deutschland, um so seiner Einberufung zum t├╝rkischen Milit├Ąr zu entgehen. Nach erfolgloser Durchf├╝hrung eines ersten Asylverfahrens beantragte Coşkun seine erneute Anerkennung im Oktober 2002, nachdem er im August 2002 aktiv an einer politischen Aktion t├╝rkischer Kriegsdienstverweigerer vor dem t├╝rkischen Generalkonsulat in Frankfurt teilgenommen hatte. Nachdem auch dieses Verfahren im M├Ąrz 2003 abgelehnt worden war, lebte er in st├Ąndiger Angst vor Verhaftung und Abschiebung in die T├╝rkei, wo er erheblichen Repressalien ausgesetzt gewesen w├Ąre.

Coşkun: "Ich wollte damit auch andere in der T├╝rkei ermutigen, ebenfalls den Kriegsdienst zu verweigern. In der T├╝rkei existiert noch immer kein Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung. Wer verweigert, wird vor Milit├Ąrgerichten abgeurteilt und muss mit mehrj├Ąhrigen Haftstrafen rechnen. Dar├╝ber hinaus werden Kriegsdienstverweigerer in aller Regel k├Ârperlich misshandelt und ihrer staatsb├╝rgerlichen Rechte beraubt."

Auch die Solidarit├Ątsgruppen, die Turgay Coşkun unterst├╝tzt haben, freuen sich mit ihm. Der Landesgesch├Ąftsf├╝hrer der DFG-VK Baden-W├╝rttemberg, Roland Blach, ├Ąu├čert sich erleichtert: "Mir fallen tonnenschwere Steine vom Herzen. Nur durch den Mut Turgay Coşkuns, an die ├ľffentlichkeit zu gehen und die gro├čartige politische, juristische und menschliche bundesweite Unterst├╝tzung ist dieses Urteil m├Âglich geworden." Die Unterst├╝tzung und Beratung t├╝rkischer und kurdischer Kriegsdienstverweigerer in Deutschland ist ein wichtiges Arbeitsgebiet der DFG-VK.

Die DFG-VK fordert die weltweite und uneingeschr├Ąnkte Anerkennung des Menschenrechts auf Kriegsdienstverweigerung. Hierzu geh├Ârt neben der Unterst├╝tzung von Kriegsdienstverweigerern in Deutschland auch die internationale Solidarit├Ąt mit Kriegsdienstverweigerern weltweit. Denn f├╝r die DFG-VK ist die Verweigerung aller milit├Ąrischen und nichtmilit├Ąrischen Kriegsdienste ein wichtiger und konkreter Beitrag gegen Krieg und Kriegsvorbereitung.

Stuttgart, den 08.03.2004

Roland Blach
DFG-VK-Landesgesch├Ąftsf├╝hrer Baden-W├╝rttemberg
(Kontakt: 0177/2507286)

Letztes Update: 17.01.2009 17:18
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