Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen Mainz

StartAktuellFindenMaterial├ťber unsLinksArchiv

Friedenspotenziale der Religionen

Islam

Gibt es eine islamische Ethik der Gewaltlosigkeit?


Referent: Islam- und Politikwissenschaftler Muhammad Sameer Murtaza M.A.
 

MAINZ
Freitag, 13. M├Ąrz 2015, 16 bis 19 Uhr

Landeszentrale f├╝r politische Bildung Rheinland-Pfalz, Am Kronberger Hof 6, 55116 Mainz

Veranstalter: Projektgruppe Zivile Konfliktbearbeitung Rhein-Main

Neu: Audio-Mitschnitt des Vortrags von Muhammad Sameer Murtaza M.A.

Faltblatt zur Veranstaltung

 
Seit der Islamischen Revolution im Iran 1979 ist weltweit eine Repolitisierung der Religion zu beobachten. Religi├Âs legitimierte Gewalt hat seitdem zugenommen. Politische Str├Âmungen, die ihren Machtanspruch religi├Âs ableiten, haben seitdem auch im Hinduismus, Buddhismus, Christentum und Judentum an Gewicht gewonnen.

In einer Veranstaltungsreihe wollen wir nicht nur untersuchen, welches Gewaltpotenzial Religionen innewohnt, sondern insbesondere auch die Friedenspotenziale der Religionen herausarbeiten. Uns interessiert, wie Religionen zu friedlicher Konfliktl├Âsung beitragen k├Ânnen. In der ersten dieser Veranstaltungen widmen wir uns dem Islam.

Der Islam ist Frieden. So behaupten es Muslime immer wieder. Doch islamistische Terrorgruppen wie Al-Qaida und IS und Terroranschl├Ąge wie jene vom 11. September 2001 in den USA, 2004 in Madrid, 2005 in London und 2015 in Paris zeichnen ein anderes Bild. Ist das Wesen des Islam also in Wirklichkeit ein Gewaltt├Ątiges?

Im Zusammenhang mit den Terroranschl├Ągen wird oft ├╝bersehen, dass die Opfer dieser Gruppierungen in erster Linie Muslime sind. Der islamisch begr├╝ndete Terrorismus ist somit gleicherma├čen eine Herausforderung f├╝r Muslime wie Nichtmuslime.

Immer mehr muslimische Politiker, Verbandsfunktion├Ąre, Gelehrte und Denker verurteilen den im Namen ihrer Religion ver├╝bten Terror. Doch reichen Aussagen wie ÔÇ×das habe nichts mit dem Islam zu tunÔÇť oder ÔÇ×die Terroristen seien keine MuslimeÔÇť aus? Weshalb k├Ânnen Terroristen behaupten, ihre Taten seien durch den Islam legitimiert, und wie kann es sein, dass es Menschen gibt, die dies glauben? Es fehlt anscheinend an einer kritischen Auseinandersetzung ├╝ber das Gewaltpotenzial des Islam an sich und an einer Klarstellung dar├╝ber, wof├╝r der Islam steht. Dies ist umso wichtiger, damit mit der dumpfen Gleichsetzung von Islam und Terror nicht weiter eine massive Fremdenfeindlichkeit befeuert werden kann.

Die beiden muslimischen Gelehrten Jawdat SaÔÇÖid aus Syrien (geboren 1931) und Maulana Wahiduddin Khan aus Indien (geboren 1925) engagieren sich in ihren Schriften und mit ihren Aktivit├Ąten f├╝r eine islamische Ethik der Gewaltlosigkeit. Sie erl├Ąutern, wie der Koran gewaltverherrlichend interpretiert werden kann, was sie als Pervertierung seiner Botschaft ansehen, und legen ein Aktionsprogramm f├╝r eine praktische Ein├╝bung in die Gewaltlosigkeit vor.

Um diese islamischen Denker und ihre Ideen vorzustellen und die mit der Problematik zusammenh├Ąngenden Fragen zu diskutieren, haben wir den Islam- und Politikwissenschaftler Muhammad Sameer Murtaza M. A. eingeladen. Seit 2010 arbeitet er f├╝r die Stiftung Weltethos (www.weltethos.org), wo er zu den Themen Gegenwartsstr├Âmungen des Islam, j├╝disch-muslimischer Dialog und Ethik der Gewaltlosigkeit aus den Quellen des Islam forscht und referiert.

Zur Projektgruppe Zivile Konfliktbearbeitung Rhein-Main geh├Âren

  • DFG-VK Bildungswerk Hessen e.V.
  • Fachbereich Frieden im Zentrum Oekumene der EKHN und der EKKW
  • Landeszentrale f├╝r politische Bildung Rheinland-Pfalz
  • pax christi-Di├Âzesanverband Limburg
  • pax christi-Di├Âzesanverband Mainz
  • Referat Weltmission/Gerechtigkeit und Frieden im Bistum Mainz

Das Bildungswerk der DFG-VK Hessen hat sich seit 1998 in mehreren Seminaren mit Islam und Islamismus aus friedenspolitischer Perspektive befasst.

Als Ergebnis eines der Seminar erschien das Buch

Salam oder Dschihad. Islam und Islamismus aus friedenspolitischer Sicht

Clara und Paul Reinsdorf (Hrsg.) Alibri-Verlag, Aschaffenburg 2003, ISBN: 978-3-932710-46-9 174, S. 12 ÔéČ

Inhaltsverzeichnis, Probeartikel und mehr beim Alibri-Verlag

Das Buch ist erh├Ąltlich beim Bildungswerk der DFG-VK Hessen (+ Versandkosten), an den meisten Infost├Ąnden der DFG-VK im westlichen Rhein-Main-Gebiet, im Buchhandel und direkt beim Alibri-Verlag.

Letztes Update: 15.03.2015 15:24
Druckversion Kontakt Impressum