Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen Mainz

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ATOMKRAFT und ATOMWAFFEN

Peter Silbereisen

Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Wiesbaden

Dass sich die Atomkraft sowohl für friedliche als auch zerstörerische Zwecke einsetzen lässt, weiß heute jedes Kind. Viele Menschen sind jedoch der festen Überzeugung, dass diese Naturkraft sich technisch regelrecht in 2 völlig von einander verschiedene Anwendungsformen teilen lässt, nämlich die Bombe und die sogenannte „friedliche Nutzung“.

 

Das ist jedoch leider ein Propagandamärchen; denn:

1. Zur Konstruktion der Bombe in den 40er Jahren mussten aus technischen Gründen zunächst vorher Atomreaktoren und Wiederaufbereitungs-Anlagen erfunden werden, um das spaltbare Material explosionsfähig machen zu können: Ohne Atomkraftwerk also keine Bombe und ohne Atombombe kein Atomkraftwerk.

2. Nach der Erfindung der Atomkraftwerke war deren enorme Hitze-Entwicklung zunächst kein bisschen erwünscht, sondern sogar äußerst lästig, bis man sich ihrer lukrativen Verwertung durch Stromerzeugung annahm. Die so genannte friedliche Nutzung des Atoms war also ursprünglich nur ein Abfallprodukt der Lizenz zum Töten und ist das bis heute geblieben:

Denn auf ihrem angeblich friedlichem Weg wollten sich die Atomkraftwerke erst mal  partout nicht kommerziell lohnen, bis ihnen der Staat endlich die dicksten Kostenfaktoren groĂźzĂĽgig schenkte: Die Entsorgung ihrer Abfallprodukte und die Haftpflichtversicherung! Ohne diese kriminelle Kostenvertuschung wäre die „billige“ kWh Atomstrom auf unserer Stromrechnung doppelt so teuer!

Während nämlich auch Euer kleiner Golf mit Hunderttausenden von €  versichert werden muss, braucht  ein deutsches AKW nur 2 % aller von ihm möglicherweise angerichteten Schäden abzusichern: 2% von den Milliarden und Abermilliarden z.B.  eines Supergaues wie in Harrisburg, Tschernobyl oder Fukushima. Die Zeche können ja dann wir lebensgefährlich Betroffenen auch noch mit unseren Steuern berappen, nachdem sich bis dahin jedes AKW 1 geschlagene Mio. € Gewinn pro Betriebstag gesichert hatte:

Die sog. friedliche Nutzung der Atomenergie ist also nichts weiter als die Subventionierung der Bombe auf verschiedenen Ebenen, begleitet von Versuchen  betroffener Politiker, ihr Gesicht zu wahren . Mittlerweile haben sich zwar einige atomare Techniken verändert und andere sind neu hinzugekommen, aber grundsätzlich gilt immer noch: Wer ein Atomkraftwerk hat, kann sich auch nach und nach die Bombe beschaffen: Weshalb sonst die Aufregung ĂĽber iranische AKWs und deren gefĂĽrchtete Bombenproduktion?

Der Unterschied zwischen kriegerischer und ziviler Nutzung der Atomkraft ist also illusorisch und eher der Versuch einer Hirnspaltung zu Kriegsvertuschung und Profit. In der neuesten Ausgabe des DFG-VK-Magazins „Zivil-Courage“ findet ihr weitere, sehr interessante Informationen zu diesem Themen unter der genialen Ăśberschrift  â€žSiamesische Zwillinge“.

Eine weitere fatale Folge aus der Hirnspaltung in „friedliche“ und „kriegerische“  Atomnutzung ist wenig bekannt: Die Internationale Atomenergie-Organisation IAEO hat sich nämlich seit 1956 als Unterorganisation der UNO etabliert, vertritt aber immer noch in 1. Linie die Interessen der Atommafia und hat in allen deren Belangen das alleinige Sagen. Das betrifft selbst Bereiche, die eigentlich die Weltgesundheits-Behörde WHO betreffen mĂĽssten, z.B. die Einschätzung von Gefahren, die mit und durch den Betrieb atomtechnischer Anlagen fĂĽr die Gesundheit Betroffener einhergehen.

So kann die IAEO seit ca. 40 Jahren die Konsequenz aus der simplen Erkenntnis ignorieren, dass radioaktive Teilchen gleich welcher Art innerhalb des menschlichen Körpers deutlich mehr Schaden anrichten als auf der Hautoberfläche: Die Gefahren atomtechnischer Unfälle können daher durch die Atomlobby mit schönenden Rechentricks ohne Widerspruch der WHO sehr, sehr stark verharmlost werden.

Zudem hat sich zu diesen beunruhigenden Umständen in den letzten 20 Jahren eine neue gefährliche Dimension der Atomnutzung ergeben, die zwar seit 60 Jahren bekannt ist, jedoch erst seit 20 Jahren in großem Stil im Einsatz ist und von Medien und Politik fast völlig totgeschwiegen wird, obwohl sie jeden Einzelnen von uns, hier und jetzt und für alle Zukunft ganz elementar bedroht: Die nicht explosiven Atomwaffen.

Ich spreche von Projektilen für Gewehre und Kanonen aus sog. abgereicherten Uran, engl. „Depleted Uranium“. Das ist ein hochgiftiges Schwermetall mit sehr starker Radioaktivität und einer Halbwertszeit von Milliarden von Jahren. Denn bei der Produktion von angereichertem Uran 235 für Bomben oder Reaktoren entsteht als Abfallprodukt abgereichertes Uran 238.

Dies strahlt eher indirekt ĂĽber eingeatmete, geschluckte oder ĂĽber Wunden in den Körper gelangte feinste Teilchen und ist unter normalen Bedingungen nur schwer messbar und nicht explosiv:  Es bleibt aber auf ewig hochgiftig, stark radioaktiv und strahlt unmittelbar auf die inneren Bereiche unseres Körpers ein, was sehr schnell zu verschiedensten,  verheerenden Krebsarten fĂĽhrt sowie bei Embryos und Föten zu monströsen Missbildungen.

Darüber hinaus bilden sich während des Abschuss- und Einschlagvorgangs dieser Projektile sowie dabei entstehender Höchsttemperaturen völlig neuartige keramische Strukturen im Nanobereich, die mühelos die Bluthirnschranke unterwandern und noch vollkommen unerforschte, riesige Gefahren bergen.

Und allein die Menge der in den letzten 15 Jahren durch Uranprojektile freigesetzte Radioaktivität beträgt etwa soviel wie 400 000 Nagasaki-Bomben und das zehnfache der oberirdischen Atomtests aus den 40er bis 70er Jahren: Tendenz steigend. Afghanistan, Irak, Serbien, Bosnien, Kosovo und Libanon sind durch die Strahlenkriege von USA, Deutschland und Komplizen bis zum Ende aller Zeiten nach medizinischen Gesichtspunkten unbewohnbar.

 

Die Väter der Atombombe wussten von den furchtbaren Folgen der Urangeschosse und ließen sehr bewusst die Finger von dieser entsetzlichen Massenvernichtungswaffe, die UNO ächtete und verbot sie sogar. Aber die heutigen „neoliberalen“ Wissenschaftler, Unternehmer, Militärs und Politiker kennen nur Geldgier und haben auch hier in Deutschland die allerletzten Skrupel verloren.

Denn neben seinen militärischen Qualitäten ist abgereichertes Uran sehr billig, weil fĂĽr die Lieferanten  (Atomkraftwerke) selbst das Verschenken weit preiswerter ist als die eigentlich notwendige, Jahrmilliarden lange Endlagerung.

Wer jedoch bisher wie selbstverständlich davon ausgehen konnte, die Kriege in anderen Ländern könnten ihm den Buckel runterrutschen, wird bitter enttäuscht werden: Denn der Wind verteilt all den noch in der Luft befindlichen radioaktiven Staub (immerhin 10-35% des eingesetzten Urans) binnen eines einzigen Jahres rund um den gesamten Globus und die Zahl der Opfer wird im Laufe  weniger Generationen spielend die Morde eines Hitler, Stalin oder Pol Pot verblassen lassen.

 

Krieg und Massenmord kehren also in Zukunft auch zu ihren Verursachern, den groĂźen Industrienationen und ihren perversen Kriegs- und Wirtschaftsmethoden zurĂĽck: Ein weiterer Grund fĂĽr die  Vereinigung von Friedens- und Ă–kobewegung; denn: auch hier ziehen beide an einem Strang!

Peter Silbereisen 23.4.11

Aktualisierungen vorbehalten:  Es gilt das gesprochen Wort!

Letztes Update: 24.04.2011 10:40
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