Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen Mainz-Wiesbaden

Hiroshima-Gedenken

Sonntag, 6. August 2023

Gedenken an den ersten Atombombenabwurf, Hiroshima, 6. August 1945

 

MAINZ

11-13 Uhr Leichhof

Es sprachen u.a.:

  • Beate Körsgen (Internationaler Versöhnungsbund, Regionalgruppe Mainz)
  • Rüdiger Schilp (DFG-VK Mainz-Wiesbaden)
  • Bruno Kern (Initiative Ökosozialismus)
  • Florian Köhler-Langes (Volt)

Es lud ein: Internationaler Versöhnungsbund - Regionalgruppe Mainz, unterstützt von DFG-VK Mainz-Wiesbaden, attac Mainz, Linkswärts e.V.

Flugblatt zum Gedenken als pdf-Datei

Hiroshima-Gedenken in Friedberg, Frankfurt und Offenbach

 

Atomare Bedrohung und konventioneller Krieg

Redebeitrag von Rüdiger Schilp (DFG-VK Mainz-Wiesbaden)
zum Hiroshima-Gedenktag am 6. August 2023 in Mainz

 
Liebe Freundinnen und Freunde,
 
Ich wurde gebeten, als Mitglied der DFG-VK Mainz-Wiesbaden heute zum Thema Atomwaffen zu sprechen und dabei auch die aktuelle juristische Bedrohung eines ukrainischen Kriegsdienst­gegners anzusprechen.
Da möchte ich den Bogen gleich noch weiter spannen und einen dritten Aspekt in diesen Zusammenhang stellen.
Im April 2023 gingen in Deutschland endlich die letzten verbliebenen Atomkraftwerke vom Netz. Das ist gut.
 
Am vergangenen Donnerstag wurde der ukrainische Pazifist Jurij Scheljashenko formell der „Rechtfertigung der russischen Aggression“ beschuldigt und ist ab morgen zu einer Reihe gerichtlicher Anhörungen vorgeladen.
Das ist abwegig und absurd – angesichts dessen, dass Jurij diesen russischen Angriffskrieg regelmäßig und klar verurteilt. Näheres auch zu einer dringenden Petition für Jurij in dem Flugblatt, das hier gerade verteilt wird.
An den Tagen der Anhörung findet in Berlin jeweils eine Kundgebung vor der ukrainischen Botschaft statt, am Montag, Dienstag, Mittwoch, 7., 8. und 9. August, jeweils ab 11 Uhr.
 
Was hat dies beides nun mit der Bedrohung durch Atomwaffen zu tun?
Was die AKWs angeht, bereits zweierlei:
1. Keine Atomkraftwerke ohne Atombombe – und umgekehrt: diese grausame Massenvernichtungswaffe stand am Anfang aller „zivilen“ Atomkraftnutzung, die bis heute das tödliche Material für die Waffenproduktion liefert.
2. Der Abschied von der Atomkraft in Deutschland wäre ohne den ausdauernden Widerstand der Anti-AKW-Bewegung niemals zustande gekommen. Das ist ein großer Erfolg sozialer Bewegungen!
Es ist genau dieser entschiedene Protest und Widerstand, der jetzt vonnöten ist, auch den Atomwaffen – auch in Deutschland – ein Ende zu bereiten.
 
Jurij formuliert seinen eigenen Protest mitten in der vom Krieg gebeutelten Ukraine in einer zunehmend militarisierten Gesellschaft. In einem Videobeitrag zum Hiroshima-Gedenken im letzten Jahr positionierte er sich eindeutig gegen alle atomar wie auch konventionell geführten Kriege. Hier einige Schlaglichter daraus:
 
„Es ist die reine und einfache Wahrheit: Krieg verletzt die Menschenrechte.“
„Das ukrainische Recht auf Selbstverteidigung angesichts der russischen Aggression hebt nicht die Verpflichtung auf, einen friedlichen Weg aus dem Blutvergießen zu suchen, und es gibt gewaltfreie Alternativen zur militärischen Selbstverteidigung, die ernsthaft in Betracht gezogen werden sollten.“
 
„Während die nuklearen Sprengköpfe alles Leben auf unserem Planeten zu töten drohen, kann sich niemand sicher fühlen. (…)
Wir sollten der Tyrannei der Atomwaffen nicht erliegen, es wäre eine Schande für die Menschheit und eine Respektlosigkeit gegenüber den Leiden der Hibakusha.“
„Wir müssen in Dutzenden aktuellen Kriegen auf der ganzen Welt, einschließlich des Krieges in der Ukraine, für einen universellen Waffenstillstand eintreten. Wir brauchen ernsthafte und umfassende Friedensgespräche (…)“
„In der Welt des rücksichtslosen Wettrüstens hört man häufig diese Argumentation: Die Ukraine habe die Atomwaffen abgeschafft und sei angegriffen worden, daher sei die Aufgabe der Atomwaffen ein Fehler gewesen. Ich glaube nicht, denn der Besitz von Atomwaffen birgt ein hohes Risiko, in einen Atomkrieg verwickelt zu werden. (…)
Deshalb ist das Ziel der allgemeinen und vollständigen nuklearen Abrüstung eine allgemein anerkannte Norm des Völkerrechts (...)“

So weit Jurij Scheljashenko im August 2022.
 
Liebe Freundinnen und Freunde,
unsere friedenspolitischen Forderungen lauten in diesem Zusammenhang:

  • An Russland, Belarus und Ukraine: Verhandeln jetzt!        
  • Sofortiger Waffenstillstand statt atomarer Drohung!
  • An die Bundesregierung: Keine weitere Anheizung des Konflikts durch Waffenlieferungen und Manöver!
  • Die Lagerung von Atombomben in Büchel beenden!
  • Die sog. „nukleare Teilhabe“ der Bundeswehr beenden!Atomwaffenverbotsvertrag endlich unterzeichnen!
  • Zuletzt an alle politischen Entscheidungsträgerinnen weltweit: Alle Atomwaffen multilateral und vollständig abrüsten!

HIroshima-und-Nagasaki-Gedenken bundesweit

Hiroshima-Gedenken in Mainz 2022

Hiroshima-Gedenken in Mainz 2021

Letztes Update: 07.08.2023, 17:14 Uhr