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Rede von Dr. Gernot Lennert, Landessprecher der DFG-VK Rheinland-Pfalz
bei der Spontandemonstration Weder Schah noch Mullah. Für Selbstbestimmung kein Schah. Nein zu den Angriffen von USA und Israel!
Mainz, 28.2.2026
Krieg ist grundsätzlich ein Verbrechen an der Menschheit. Der neueste Krieg der USA und Israels gegen den Iran ist vollkommen völkerrechtswidrig und verletzt sogar die Verfassung der USA. Er ist der jüngste Krieg in einer Reihe von Kriegen, die eine Welt durchsetzen sollen, in der nur noch die Macht des Stärkeren gelten soll.
Die Kriegspropaganda will den Eindruck vermitteln, dass nur militärische Ziele - und im Fall des Iran - das islamistische Terrorsystem - angegriffen würden. Doch wenn Länder bombardiert werden, sterben die Menschen, die dort leben. Wer vor allem zivile Opfer beklagt und den Tod von Soldaten als weniger erheblich ansieht, sollte bedenken, dass der iranische Staat wie so viele andere junge Männer zum Militärdienst zwangsrekrutiert und sie zwingt, für ihre Unterdrücker zu sterben.
Das iranische Regime mordet und foltert. Bei den Protesten in den letzten Wochen wurden Tausende brutal massakriert und Zehntausende inhaftiert.
Manche hoffen, den massenmörderischen Gottesstaat mit Krieg von außen beseitigen zu können. Das ist kaum zu erwarten. Dem oligarchischen Regime in den USA geht es um Macht- und Wirtschaftsinteressen. Wenn ein vorteilhafter Deal herbeigebombt werden kann, könnten sich Trump und sein Umfeld mit Teilen des Mullah-Regimes genauso arrangieren wie mit den Dschihadisten in Syrien und der jetzigen Führung in Venezuela. Der Krieg gibt dem iranischen Regime sogar die Gelegenheit, Andersdenkende zu ermorden und sie hinterher propagandistisch als Opfer der Luftangriffe der USA und Israels darzustellen.
Zur Erinnerung: Westliche Interventionen haben die Situation im Iran herbeigeführt. 1953 stürzten Großbritannien und die USA die frei gewählte Regierung im Iran und etablierten die Schah-Diktatur. Sie war so verhasst, dass die Mullahs sich an die Macht schleichen konnten, weil ihre tödliche Brutalität von anderen massiv unterschätzt wurde. Heute ist die islamistische Herrschaft so verhasst, dass man auf den Sohn des Schah hofft. Bei Demonstrationen seiner Bewegung wird gefordert: „Tod den drei Verdorbenen: Mullahs, Linken, Mudschaheddin“. Chomeini war nicht so unklug, seine zukünftigen Opfer so offen zu warnen. Es gab jetzt schon im Exil Gewaltakte der Schah-Bewegung gegen Andersdenkende.
Wir stehen hier an der Seite derer, die weder von ausländischen Bomben und Raketen noch von den iranischen islamistischen Mörderbanden ermordet werden wollen, die ein freies, selbstbestimmtes Leben führen wollen, ohne Bevormundung selbst im Privatleben, ohne politische Unterdrückung, ohne Folter und Mord - und die dafür oft bei Protesten ihr Leben riskieren.
Schluss mit dem Angriffskrieg und mit allen Kriegshandlungen aller Seiten!
Schluss mit Waffenlieferungen! Für eine friedliche Weltordnung ohne Krieg
Freiheit für alle politischen Gefangenen im Iran!
Für Freiheit und Menschenrechte im Iran und überall!
Für einen freien, demokratischen, friedlichen, pluralistischen und säkularen Iran!
Jîn Jîyan Azadî - Frau, Leben, Freiheit
Liebe Freundinnen und Freunde,
ich stehe heute hier nicht als Politiker, nicht als Sprecher einer Organisation – ich spreche in meinem eigenen Namen. Ich spreche als Mensch, der genug hat von Krieg, Lügen und doppelten Standards.
Krieg ist keine Lösung. Noch nie hat Bombenwerfen Frieden gebracht – nur Leid, Trauer und neue Gewalt.
Erinnern wir uns: Deutschland, Europa und die NATO haben in den letzten Jahrzehnten viele Kriege geführt – oft ohne Mandat der UNO. Damals hieß es, es ginge um „humanitäre Intervention“ oder um den „Schutz der Menschenrechte“. Doch was blieb von diesen Kriegen?
Jugoslawien wurde bombardiert – bis heute steht der Kosovo unter EU-Verwaltung. Zwanzig Jahre lang war die NATO in Afghanistan, offiziell, um Frauen zu befreien und Sicherheit zu bringen. Aber was ist geschehen? Heute sind die Taliban wieder an der Macht – mit modernen Waffen, die im Westen zurückgelassen wurden. Der Krieg hat Millionen Menschen das Leben zerstört, aber keine Freiheit gebracht.
Im Irak hörten wir damals von „Massenvernichtungswaffen“. Diese Begründung war eine Lüge – und selbst hohe Politiker mussten sich später dafür entschuldigen. Das Ergebnis: Chaos, Terror, der IS. Und trotzdem wird mit den Nachfolgern politisch verhandelt, als wäre nichts geschehen.
Auch in Libyen wurde unter dem Vorwand der Demokratie bombardiert. Gaddafi ist tot, aber das Land liegt in Scherben. Und trotzdem fließt das Öl weiter – ununterbrochen.
Und jetzt? Schon wieder höre ich dieselbe Sprache – dieselben Ausreden – dieses Mal über den Iran.
Aber die Wahrheit ist: Die iranische Bevölkerung kämpft längst selbst – mutig, beharrlich, friedlich. Frauen, Studierende, Gewerkschafterinnen, Journalistinnen, Schriftstellerinnen, Mütter von Ermordeten – sie alle stehen auf, jeden Tag. Sie brauchen keine Raketen und keine Panzer. Was sie brauchen, ist unsere Solidarität – unsere Stimme, unsere Unterstützung!
Wenn Politiker Bomben Demokratie nennen – dann müssen wir hier und heute laut sagen: Das ist keine Demokratie! Wenn sie Waffen liefern und das Frieden nennen – dann sagen wir: Dieser Frieden riecht nach Blut!
Der Widerstand im Iran zeigt uns, dass Veränderung von innen kommen muss – nicht durch Gewalt von außen, sondern durch Mut, Zusammenhalt und Hoffnung. Diese Menschen sind das wahre Gesicht der Freiheit.
Darum sage ich: Keine militärische Intervention! Keine Einmischung von außen! Unterstützung für alle, die im Iran für Freiheit, für Gerechtigkeit und gegen Unterdrückung kämpfen!
Krieg bringt nur Elend – aber Solidarität bringt Leben, und Menschlichkeit bringt Zukunft.
Danke.
Info<at>dbwiran.de Heshmat Tavakoli Tel. 0176 41826463
Grußwort der DFG-VK Mainz-Wiesbaden und der DFG-VK Rheinland-Pfalz für die Veranstaltung Solidarität mit der demokratischen Bewegung im Iran, Mainz, 16. September 2023
Für einen freien, friedlichen und säkularen Iran! Rede der DFG-VK Mainz-Wiesbaden zur Solidaritätsdemonstration mit den mutigen Iranerinnen und Iranern, die derzeit ihre Stimme gegen das Mullah-Regime erheben! Mainz, 24.10.2022
Message of Solidarity from DFG-VK Hesse to the congress of Iranian Secular Democrats, Frankfurt/M. 4th/5th July 2015
Grußbotschaft der DFG-VK Hessen an den Kongress der Iranian Secular Democrats Frankfurt/M. 4./5. Juli 2015
Grußwort der DFG-VK an die "Internationale Konferenz über die Menschenrechte im Iran" Mainz, 15. Oktober 2011