Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen Mainz-Wiesbaden

Rede von Nihal Bayram (Demokratisches Kurdisches Gesellschaftszentrum Mainz):

beim Mainz-Wiesbadener Ostermarsch 2026 am Karsamstag, 4. April in Wiesbaden

Liebe Freudinnen und Freunde,
der heutige Ostermarsch, ein gemeinsamer Marsch einer bundesweiten Friedensbewegung, einer Bewegung, welche sich für eine nukleare Abrüstung einsetzt, welcher sich gegen Kriege, gegen Rüstungsexporte und gegen eine Militarisierung einsetzt, repräsentiert seit den 50er Jahren eine deutschlandweite, gemeinsame und entschlossene Haltung für die Grundrechte, für die Menschenrechte und für das Recht auf Leben in Sicherheit und Freiheit.

Die Ostermarsch 2026 fokussiert hierbei auf die aktuellen, auf die andauernden Kriege, in der Ukraine, im Iran, in Rojava, im Mittleren Osten.

Wir marschieren heute gemeinsam. Wir marschieren in mehreren Städten Deutschlands, für ein Zeichen, ein Zeichen für Frieden, ein Zeichen für eine Niederlegung aller Waffen, ein Zeichen für eine Beendigung aller Konflikte, Kriege, Invasionen und Aggressionen.

Doch stehen Profite der militaristischen Staaten, geo-strategische Verhandlungen hinter Kulissen und Türen, durch schweigende Mittäter-Staaten bewilligte Menschenrechtsverletzungen, durch Vertreibungen, Mordlust und kriegerische Brutalität im Fokus unserer heutigen Weltpolitik.

Der Krieg im Iran, welcher seit dem 28. Februar 2026 mit den Angriffen, mit der Invasion Israels und der USA in seiner Eskalation und Brutalität begann, der Krieg in der Ukraine, welcher am 24. Februar 2022 mit den Angriffen, mit der Invasion Russlands begann, und der Krieg in Rojava, welcher am 13. Januar 2026 mit den Angriffen, mit der Invasion des Dschihadisten Ahmed al-Scharaa und seiner brutalen Truppen begann, stehen im Fokus unseres heutigen Tages.

Anfang der Woche wurde Ahmed al-Scharaa im Bundeskanzleramt hofiert und empfangen, ein Dschihadist, welcher sich Terror-Angriffen und schwerster Menschenrechtsverbrechen gebrüstet hat.

Trotz dokumentierter Massaker, systematischer Vertreibungen, Folter, Verschwindenlassen und Kriegsverbrechen wird Ahmed al-Scharaa , mit eigentlichem Namen Jonali, eine offizielle Legitimität verliehen, verliehen vom Deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz. Wer einen solchen Besuch organisiert, sendet die Botschaft, dass selbst Vorwürfe schwerster Menschenrechtsverletzungen kein Hindernis für diplomatische Aufwertung sind. Die Bundesregierung trägt Verantwortung, klare menschenrechtliche Maßstäbe zu setzen. Ein Empfang Ahmed al-Scharaas widerspricht diesem Anspruch fundamental.

Friedrich Merz und seine Partei sehen weg. Sie sehen weg und schweigen, sie schweigen zu all den Verbrechen, gegen Kurd:innen, gegen Ezid:innen, gegen Alawit:innen, Drus:innen, gegen Christinnen und anderen Volks- und Religionsgruppen.

Im Fokus dieser Ereignisse und Entwicklungen ist es umso beunruhigender, welche Ergebnisse die kürzlichen Landtagswahlen ergeben haben, mit welchem Rechtsruck Bürgerinnen und Bürger Deutschland gegenüberstehen.

Wir sagen es offen und in aller Entschlossenheit.

Deutschland droht eine zweite braune Welle, ein zweites Nazi-Deutschland, in welchem Begriffe wie Re-Migration, Sammelabschiebungen, GEAS-Reformen, Stadtbild-(Ab)wertungen und damit verbundene Aggressionen und Angriffe gegen Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte.

Daher fordern wir alle Mitbürgerinnen und Mitbürger, alle Mitmenschen dazu auf, sich offen und in voller Entschlossenheit gegen den drohenden braunen Rechtsruck zu positionieren.

Wir rufen alle Mitbürgerinnen und Mitbürger dazu auf, sich aktiv für eine Diversität, für eine gemeinsame Vielfalt, für eine zivilgesellschaftliche Asyl-, Migrations-, Antirassismus- und Demokratiearbeit einzusetzen.

Es lebe der Widerstand
Widerstand bedeutet Leben
Berxwedan Jiyan e

Letztes Update: 06.04.2026, 08:47 Uhr