Aktuell > TagKDV2026 > KDVTagMZ26 Rede A Krämer
Mainz, 16. Mai 2026
Liebe Freundinnen und Freunde des Friedens,
vor einigen Monaten und vor einigen Wochen ist der Fragebogen der Bundeswehr per Post versandt worden. Dieser ist für Jungen/Männer verpflichtend auszufüllen, für Mädchen/Frauen ist dieser noch freiwillig.
Dass in naher Zukunft der Fragebogen auch für Mädchen/Frauen verpflichtend sein könnte, ist doch schon fast offensichtlich…
Blicken wir mal in andere Länder, wie diese die Wehrpflicht aktuell für Frauen „handhaben“:
Dänemark: Wehrpflicht für Frauen wurde 2025 beschlossen.
Start ab Januar 2026 mit der Wehrpflicht für Frauen, die ab Juli 2025 18 Jahre alt werden.
Dienstzeit zur Wehrpflicht für Frauen in Dänemark: 11 Monate
Israel: seit 1949 allgemeine Wehrpflicht für Frauen, meist 2 Jahre
Eritrea: Wehrpflicht für Männer und Frauen
Marokko: hat 2019 die Wehrpflicht für Männer und Frauen von 19-25 Jahre wiedereingeführt.
Seit 2001 dürfen Frauen bei uns in Deutschland zur Bundeswehr….gleichberechtigt an die Waffe…..
Kampfjets fliegen, Panzer kommandieren, schießen lernen…
Man nennt das Fortschrift.
Man nennt das Gleichberechtigung.
Ich nenne es: Die falsche Gleichberechtigung
Erstens: Gleichberechtigung heißt nicht gleiches Unrecht.
Dass Frauen jahrhundertelang vom Krieg ausgeschlossen waren, war keine Gnade.
Es war Diskriminierung.
Aber die Antwort darauf kann nicht sein, Frauen jetzt auch das Recht auf Töten und Sterben zu geben.
Echte Gleichberechtigung wäre:
NIEMAND MUSS SOLDAT WERDEN.
Wir schaffen die Armeen ab - für Männer und Frauen.
Wenn wir Gift für alle gleich verteilen, wird es nicht gesund
Zweitens: Frauen machen Militär nicht friedlicher
Oft höre ich: „Frauen bringen soziale Kompetenz in die Truppe. Frauen deeskalieren“.
Das ist gefährlich.
Es ist das gleiche Klischee, nur umgekehrt.
Frauen sind nicht von Natur aus friedlicher.
Und Militär wird nicht friedlicher, nur weil Frauen mitmachen.
Eine BOMBE aus einem von einer PILOTIN geflogenen Eurofighter tötet genauso.
Eine von einer Soldatin gesicherte Besatzung ist trotzdem eine Besatzung.
Militärische Logik bleibt militärische Logik – egal wer die UNIFORM trägt.
Wer das Gegenteil behauptet, lädt die Verantwortung für Frieden auf die Schulter der Frauen ab.
Drittens: Das Problem ist die Bundeswehr selbst, nicht wer drin ist.
Wir reden über 13 Prozent Soldatinnen.
Wir reden über Ausrüstung in FRAUEN-GRÖßEN. (Olivegrüne D-U-Wäsche die zur Dienstkleidung gehört oder auch nicht usw.?)
Wir reden nicht darüber, wofür diese Armee da ist.
Über 50 Millarden Euro pro Jahr .für Auslandseinsätze, für die Aufrüstung, für eine neue „Kriegstüchtigkeit“.
Jeder Euro für den Panzer…. fehlt in Schulen, in Krankenhäusern und in der Pflege, sowie im Klimaschutz
Jeder junge Mensch, den die Bundeswehr anwirbt – ob Mann oder Frau – fehlt in zivilen Berufen, die Leben retten statt nehmen.
Die Bundeswehr wirbt gezielt an Schulen.
Jugendoffiziere stehen im Klassenzimmer.
Sie versprechen Teamgeist, Karriere, Studium
Sie zeigen Hochglanzfilme, keine Kriegsversehrten.
Und besonders auf YOUTUBE und TIKTOK sind Videos von Frauen in der
Bundeswehr noch flächendeckender geworden:
„Auch Du kannst SOLDAT und SOLDATIN werden“ auch du kannst mit einem Bildungsabschluss bei der Bundeswehr Karierre machen….
Was hei8t das für uns?
Wenn meine Tochter sagt, sie will zur Bundeswehr, dann will ich nicht, dass sie schlechter behandelt wird als ihr Bruder.
Aber noch mehr will ich, nämlich dass sie gar nicht erst auf die Idee kommt, dass Krieg eine Berufsoption ist.
Deshalb: JA zur Gleichberechtigung. NEIN zur Militarisierung.
Frieden schaffen wir nicht, indem wir Frauen in die Armee schicken.
Frieden schaffen wir, indem wir die Armee überflüssig machen.
Bertha von Suttner, die Gründerin der Deutschen Friedensgesellschaft, war eine Frau.
Sie kämpfte nicht für das Recht der Frauen, in den Krieg zu ziehen.
Sie sagte: „DIE WAFFEN NIEDER“. Sie sagte nicht: „DIE WAFFEN NIEDER- außer für Frauen!“
Unser Ziel ist nicht, dass Frauen gleichberechtigt töten dürfen.
Bertha von Suttner kämpfte für das Recht aller, nicht in den Krieg ziehen zu müssen.
Das ist ihr Vermächtnis. Das ist unsere Aufgabe.
Denn Gleichberechtigung, die beim Kasernentor endet, ist keine.
Frieden fängt bereits davor an.
Denn Frieden ist keine Frage des Geschlechtes.
Frieden ist eine Entscheidung. Und die treffen wir alle
heute, hier und jetzt auf dem Gutenbergplatz in Mainz, am Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung.
DIE WAFFEN NIEDER FÜR ALLE !!!
DANKE
A.-Davida Krämer